Zum neuen Jahr! Balade pur Adeline…

 

Es war ein Traum

Mir träumte einst von Neujahrsglockenklang,
Er stieg wie Jubelklang empor zur Höh‘, –
Der Fluss lag still in flimmernd Eis gebannt,
Und Wald und Flur bedeckte tiefer Schnee!
Und aus des Winters Flockenbett hervor,
Im kalten, öden, trüben Erdenraum,
Da blühten Rosen frühlingsgleich empor –
Es war ein Traum!

(Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem, 1854-1941, deutsche Dichterin)

Die Weihnachtsgeschichte

Weihnachtsgeschichte nach Lukas

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in die Stadt Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: „Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mir dir.“
Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: „Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebähren: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Seine Herrschaft wird kein Ende haben.“
Maria sagte zu dem Engel: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“
Der Engel antwortete ihr: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.“
Da sagte Maria: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“
Danach verließ sie der Engel.

In dieser Zeit erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Da begab sich jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.
So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll. Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.“ Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte.

Als die Engel sie verlassen hatten und in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: „Kommt, wir gehen nach Betlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ.“
So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.

Der Stern

 

 

 

 

 

 

Der Stern

Hätt einer auch fast mehr Verstand
als die drei Weisen im Morgenland
und ließe sich dünken, er wäre wohl nie
dem Sternlein nachgereist wie sie:
dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen lässt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlicher Strahl
des Wundersternes von dazumal.

Wilhelm Busch

Glocken der Nikolaikirche in Siegen

Die Nikolaikirche ist ein Kirchengebäude in der nordrhein-westfälischen Stadt Siegen, dessen Geschichte auf das 13. Jahrhundert zurückgeht. Die Kirche steht auf dem Siegberg, dem Siedlungskern der mittelalterlichen Altstadt. Ihre architektonische Besonderheit erhält sie durch ihren sechseckigen Grundriss; das Kirchenschiff ist das einzige europäische Hallenhexagon nördlich der Alpen. Der Kirchturm der Nikolaikirche trägt mit dem Krönchen das Wahrzeichen der Stadt Siegen, eine geschmiedete und vergoldete Krone mit über zwei Metern Durchmesser aus dem 17. Jahrhundert. Als höchstes Gebäude auf dem Siegberg prägt der Kirchturm mit 53 Meter Höhe und mit auffälligem rot-weißem Anstrich die Silhouette der Stadt. Internationale Bekanntheit erlangte die Kirche durch ihren Kirchenschatz mit einer silbernen Taufschale aus dem 16. Jahrhundert. Seit der Reformation ist die Nikolaikirche ein evangelisches Gotteshaus, seit 1580 evangelisch-reformierte Pfarrkirche Siegens.

Der Turm beherbergt sechs Glocken, von denen fünf aus dem Mittelalter stammen. Vier der Glocken wurden im 14. Jahrhundert gegossen, eine stammt aus dem Jahr 1408. Ein derartiger Bestand ist sonst nur noch im Herforder Münster vorzufinden.[8] In der Turmlaterne hängt seit 1463 die Stundenglocke. Für ihre Herstellung war in der Stadt Metall – Töpfe und Schüsseln – gesammelt worden.[31] Die fünf Glocken des liturgischen Geläuts befinden sich im Glockenstuhl unterhalb der Turmuhr. Die Läuteordnung ist an den Westwänden in der Nähe der Seiteneingänge einsehbar; das volle Geläut aller fünf Glocken ertönt zu Ostern, Pfingsten, Weihnachten und an Neujahr zum Jahreswechsel um Mitternacht sowie zu Konfirmationsgottesdiensten. Die älteste Glocke der Nikolaikirche, die Zeichenglocke aus dem Jahr 1300, ist zugleich die kleinste des Geläuts. Sie schlägt die Viertelstunden. Größte Glocke des Geläuts ist die Sturmglocke von 1335, die einzeln nur bei drohender Gefahr geläutet wurde. Die jüngste Glocke der Kirche, die Jung-Stilling-Glocke, kam im Jahr 1947 auf den Turm. Sie sollte die Abendglocke aus dem Jahr 1408 ersetzen, die 1919 einen Sprung bekommen hatte. Die Abendglocke konnte nach langjährigem Verbleib im Siegerlandmuseum im Jahr 1993 repariert werden und läutet seitdem wieder jeden Abend um 19 Uhr auf dem Turm.

1 Sturmglocke Gottesdienste zu Gründonnerstag
und Karfreitag, Osternacht 1335 Magister Sifride 1473mm 1980kg cis1 +5

2 Marienglocke – 14. Jh. Syfrit 1361mm 1808kg e1 +5

3 Jung-Stilling-Glocke Betglocke, 7 und 12 Uhr 1947 Glocken- und Kunstgießerei Rincker 1087mm 765kg fis1 +7

4 Frühmess- oder Abendglocke Abendbetglocke, 19 Uhr 1408 unbekannt 1006mm 737kg a1 −1

5 Zeichenglocke Viertelstundenschlag, separate
Taufgottesdienste 14. Jh. Henricus und Magister Ludevicus
de Vetslar 690mm 236kg e2 −5

I Stundenglocke Stundenschlag 1463 Hans Kannengießer 924mm 500kg a1 +5

Im 15. Jahrhundert schliefen die Glöckner der Nikolaikirche nachts in deren Küsterei, um die Glocken jederzeit läuten zu können. Dafür erhielten sie von der Stadt ein Jahresgehalt von acht Albus. Neben dem liturgischen Läuten gehörte es auch zu den Aufgaben der Glöckner, die Glocken bei drohenden Gefahren zu läuten, so zum Beispiel bei Gewitter.[32] Die Inschrift der Marienglocke, „man soll mich läuten in Gottes Ehre und in der Not der Bürger“[33] berichtet von deren Nebenaufgabe als Notglocke (siehe auch untenstehende Abbildung).

Markus Jung